
RAID Salvation: Datenrettung Info Zone
Datenverlust kann und wird jeden einmal treffen. Im schlimmsten Fall gehen unikate, wertvolle Daten unwiederbringlich verloren. Das muß aber nicht sein. In fast allen Fällen liegt die Chance auf eine erfolgreiche Datenrettung in den eigenen Händen. Entscheidend ist bereits die korrekte Vorgehensweise.
Da ich selbst mehrere Jahre im Bereich Datenrettung tätig war, habe ich mich entschlossen diese interaktive Website zu schaffen. RAID Salvation dient primär Informationszwecken und als Leitfaden zur bestmöglichen und idealen Reaktion bei Datenverlust.

Erfahrungsgemäß sind unwiederbringliche Datenverluste das Resultat vorschneller Affekt- oder panischer Kurzschlusshandlungen. Unter Druck sieht sich so mancher Techniker / Administrator
- in dem vermeintlichen Glauben den Server rasch und unbemerkt wieder in Gang zu bringen -
dazu gezwungen am Server einen Rebuild zu initiieren oder mit Datenrettungssoftware zu experimentieren, sodaß dem betroffenen Unternehmen kein Stillstand entsteht. Denn Stillstand kostet Zeit – und Zeit ist Geld. Es gibt zwar viele, ja sogar kuriose Gründe für einen endgültigen Datengau, aber Kurzschlusshandlungen gelten als häufigste Ursache!
In manchen Fällen ist ein endgültiger Datenverlust aber auch durchwegs beabsichtigt, doch mehr zum Thema Datenvernichtung finden Sie später unter der Rubrik sichere Datenlöschung.
3 Tips die einer erfolgreichen Datenrettung dienen:
#1: Kein Stress! Überlegen Sie ob ein brauchbares und aktuelles Backup existiert! Falls ja, überprüfen Sie ggf. ob die Sicherungsarchive vollständig und funktionstüchtig sind.
ACHTUNG: überschreiben Sie keinesfalls die Originaldatenträger!
#2: Überlegen Sie welchen Wert die Daten für Ihr Unternehmen darstellen. Keine Panik! Im Notfall können Sie Expertenhilfe in Anspruch nehmen, die meistens weit weniger kostet als ein massiver Datenverlust.
#3: Machen Sie keine Experimente, sondern nehmen Sie alle beteiligten Datenträger ausser Betrieb. Bedenken Sie, daß jede Rotation das Magnetfeld einer defekten Harddisk mehr beschädigen kann.

Sommer, Sonne, Datencrash: Vorsicht bei RAID Systemen
Server besser kühlen
Im Sommer haben Datenretter Hochsaison. Häufig kommen in den heißen Jahreszeiten RAID Systeme zum Stillstand.
Dabei ist ein Datenverlust relativ günstig und einfach vermeidbar. Eine gute Luftzirkulation im Serverraum alleine reicht allerdings nicht immer aus. Die erhitzte Abluft wird im Optimalfall nach draußen abgeführt.
Befinden sich im Server einige Datenträger im RAID Verbund nebeneinander, erwärmen sich die Harddisks gegenseitig.
Die Temperatur im Inneren der Disks kann dabei mehr als 60° Celsius erreichen.
Gute Kühlung (z.B. ein kleines Klimagerät) kostet nicht die Welt, hilft aber dabei sich vor einem schwerwiegenden und teuren RAID Datencrash zu schützen.
Datenträger Monitoring
Begünstigt wird ein Datenverlust an RAID Systemen vorallem dadurch, daß sich S.M.A.R.T. Attribute nicht mit einem RAID Controller selten auslesen lassen.
Dadurch wird die Temperaturüberwachung via PC nahezu unmöglich. Manche RAID Controller (z.B. von Adaptec) gestatten ein Auswerten der Daten mittels SMARTMONTOOLS.
Abhilfe schaffen simple Tricks: ein elektronischer Temperaturfühler gekoppelt mit einem Signalmelder schlägt akkustisch Alarm sobald kritische Temperaturen überschritten werden.
Mehr als 40° sollten nicht erreicht werden, denn im Inneren der HDDs beträgt die Airflowtemperature nochmals um rund 20° mehr.
Server Logs können einen Datenverlust vorzeitig ankündigen.
Mehr dazu finden Sie unter Anzeichen für Datenverlust.
Besondere Vorsicht ist bei RAID0 (Stripe-Set) geboten!
RAID steht für Redundant Array of Independent Disks.
Da RAID0 NULL REDUNDANZ bietet könnte man genausogut das (R)AID weglassen.
Ärger ist bei sommerlichen Temperaturen mit Stripesets vorprogrammiert.

Blogs, Kritiken und Datenrettung Infoseiten
… oder warum man Bewertungen zu Datenrettern lieber kritisch betrachtet
Vor einer Datenrettung lohnt es sich immer im Internet zu recherchieren um das Unternehmen, welches potentiell eine Data Recovery durchführen soll, zu überprüfen.
Dabei stößt man zum Thema häufig an vorderen Positionen im Ranking auf Blogs. Das hat primär die 2 folgenden Ursachen:
* Suchmaschinenoptimierung & Marketing
Vermutlich fast jeder Datenretter verfügt über ein Weblog, welches sich
- als Marketingplatform eignet & damit der eigenen Online-Vermarktung dient
- dem Backlink-Aufbau dient, es findet z.B. Linktausch & Cloaking statt, Traffic wird per 301 an die Unternehmensseite weitergeleitet
- auf die Bewertung von anderen Datenrettungs Unternehmen abzielt:
Headline wie z.B. “Kunden wurden von Datenretter XYZ betrogen”
In derartigen Blogs findet sich kein Impressum und damit auch kein Verantwortlicher für die Inhalte. Der Domaininhaber wird häufig verschleiert.
Überprüfen lässt sich der Domaininhaber /Betreiber eines Blogs z.B. unter WHOIS.SC
* Geld
Das zweite große Motiv für Blog-Kritiken zu Datenrettungen ist Geld.
In der Regel liegen die Kosten für eine Datenrettung eines Einzeldatenträgers zwischen €800-2500.
Die Kosten sind abhängig von der Beschädigung und den bereits vollführten Datenrettungs-Anläufen. Logisch, daß der Datenrettungsmarkt ein heiß umkämpftes Territorium ist.
Früher ein Nischenmarket, boomt die Branche heute so sehr wie nie. Wöchentlich eröffnen neue Anbieter und versuchen sich im IT-Security Bereich zu etablieren.
Jeder entgangene Auftrag ist daher ein großer finanzieller Verlust.
Kein Datenretter ist unfehlbar
Auch wenn es nicht der Fall sein sollte, aber Fehler passieren in jedem Datenrettungsunternehmen. Versuchen Sie Kritiken sachlich zu verarbeiten. Negativ-Meldung in Blogs liefern keine zuverlässigen Anhaltspunkte zur Qualität eines Datenrettungs-Unternehmens.
Von Anfang klar sollte sein, daß eine bessere Ausrüstung, wie z.B. ein Reinraumlabor, bessere Chancen für eine erfolgreiche Datenrettung darstellt. Der Erfolg einer Data Recovery hängt jedoch zu einem großen Anteil vom Techniker ab, der Ihren Fall bearbeitet.
Nicht alles was glänzt ist Gold – und nicht jede Kritik seriös.

Datenverlust bei Smartphones
Egal wie smart Ihr Phone sein mag!

Datenverlust macht auch vor Smartphones nicht halt
Als interne Speicher werden NAND Chips eingesetzt.
Diese Technik wird auch in USB Sticks verwendet. Werden Speicherbereiche überschrieben, führt die elektrische Abnützung irgendwann dazu, daß die Speicher-Zellen verschleissen. Auch durch ein korruptes Dateisystem bzw. einen Absturz des Betriebssystems können Daten beschädigt werden.
Vorallem bei quelloffenen Betriebs-/Dateisystemen bestehen Chancen für eine Datenrettung.
ANDROID Smartphones:
verwendetes Betriebssystem: Linux
quelloffen: ja
Dateisysteme: YAFFS, RFS, ext2, ext3, ext4, vFAT
Apple iPhone:
verwendetes Betriebssystem: Unix/iOS
quelloffen: nein
Dateisystem: HFS
Da Smartphones über einen Funktionsumfang verfügen der einem Personal Computer gleicht, können sich also durchaus wertvolle, sensible Daten darauf befinden.
Wenn Daten beschädigt oder gelöscht wurden findet sich gewiss ein Spezialist für die Rettung Ihrer heiklen Daten.
Sollten Sie Ihr Smartphone verkaufen …
… denken Sie bitte daran, daß auch nach einem vollständigen Werks-Reset mit größter Wahrscheinlichkeit mindestens Fragmente gelöschter Emails, Zugangsdaten, Telefonnummern, Fotos, SMS oder auch sicherheitskritische Datenbank-Inhalte auf dem internen Speichermedium Ihres Smartphones verbleiben.
Gegebenenfalls verfügen bestimmte Experten für Datenrettung über Möglichkeiten sensible Daten endgültig zu löschen.

Erste Anzeichen und Symptome für Datenverlust
Woran man Datenverlust schon früh erkennt?
Es bleibt zwar nicht immer die Gelegenheit vorbeugende Maßnahmen zu treffen, aber an bestimmten Indizien lässt sich ein drohender Datenverlust festmachen. Die wichtigsten Anzeichen dafür sind:
während dem Betrieb steckt das System, funktioniert dann aber wieder (einwandfrei?)
die Maschine lässt sich nicht mehr booten, der Bootsektor ist ohne erkennbaren Grund obsolete
Partionen bzw. Daten sind verschwunden oder scheinen plötzlich mit seltsamen Bezeichnungen auf
Nicht in allen Fällen sind defekte Harddisks die Ursache für derartige Symptome, es kommen z.B. auch Viren oder andere Schadsoftware in Frage!
Durch das rechtzeitige Backup der wichtigsten Daten lässt sich also vielleicht ein teurer Crash vermeiden.


Feuer, Wasser, Eis & Datenträger
Rund 3-6% aller Datenrettungsfälle sind das Resultat von Katastrophen wie z.B. Hochwasser oder Brandschäden.
In Zeiten das Klimawandels häufen sich Fälle von Datenverlust durch Naturgewalten wie Wasser und Feuer.
Wie geht man als Betroffener vor?
Gut verpackt ist halb gewonnen!
Eine luftdichte Verpackung und die rasche Bearbeitung Ihres Datenrettungsfalls mindern das Risiko auf fortschreitende Schäden wie Korrosion.
Sowohl bei Bränden als auch bei Überschwemmungen ist mit Wassereintritt ins Innere des Datenträgers zu rechnen.
Öffnen Sie die Harddisk NICHT! Ohne Reinraumlabor führt das höchstens zu bedauerlichen Konsequenzen und einen höheren Aufwand für Experten.
Beim Brand steigt die Korrosionsgefahr durch giftige Gase die sich an Wasserpartikel binden und säurehaltige, basische oder Kohlenwasserstoff-Verbindungen eingehen. Dadurch wird die magnetische Beschichtung wesentlich schneller angegriffen als bei einem gewöhnlichen Wasserschaden.
Eine Oxidation wird durch die Verbindung mit Sauerstoff begünstigt. Zögern Sie nicht sich rasch für einen geeigneten Datenretter zu entschließen.
Eis
Einer der vielen Mythen: die Harddisk ins Tiefkühlfach zu legen mindert nicht nur die Temperatur sondern auch die Chancen auf eine Datenrettung dramatisch!
Aus Erfahrung möchte ich Ihnen mitteilen, daß in Brand-/Wasser-Schadens-Fällen während meiner Datenrettungs-Tätigkeiten fast immer alle Daten wiederhergestellt werden konnten, da meine Kunden auch bestens informiert waren und daher korrekt reagiert haben.

Der Ablauf einer Datenrettung
Was ist Datenrettung?
Der Begriff Datenrettung umfasst die physikalische und logische Rekonstruktion von Daten.
Das Magnetfeld einer Harddisk enthält – mit Schreib-/Leseköpfen – aufgezeichnete Informationen welche in Spuren (Tracks) und Sektoren abgelegt werden, die sogenannten Rohdaten.
Selbst wenn Sie eine Harddisk neu gekauft. nie benutzt und nicht in Betrieb gesetzt haben befinden sich bereits Informationen am Magnetfeld der Disk, z.B. der sogenannte Service-Track. Dieser kann abhängig von Modell und Hersteller die Firmware der HDD enthalten.
Die Firmware legt auch Informationen und Definitionen zur Aufzeichung und Verteilung der Rohdaten fest. Für die Erfassung schadhafter Bereiche (Sektoren) des Magnetfelds werden in der G-List (growth defective table) und der P-List (primary defective table) markiert und “verriegelt”. Die verriegelten Sektoren sind daher nicht mehr beschreibbar & ohne entsprechende Hardware auch nicht mehr lesbar.
Die wichtigesten Daten bzw. Initialisierungsparameter befinden sich im inneren Bereich der Datenträgerscheiben.
Ohne Zugriff auf die Initialisierungsparameter ist ein Datenträger völlig wertlos, und eignet sich höchsten noch als Briefbeschwerer. In schwerwiegenden & fatalen Fällen hat ein Crash in diesem Speicherbereich des Datenträgers stattgefunden. Noch eine äußerst sensible Stelle am Magnetfeld ist die sogenannte “Landing Zone“, also der Bereich an dem die Schreib-/Leseköpfe über die s.g. Rampe zum lesen & schreiben ansetzen. Bei allen Schreib-/Lesevorgängen einer einwandfreien Harddisk schweben die R/W-Heads aufgrund der Luftströmungen im Inneren über den Scheiben. Dadurch berührt der Schreib-/Lesekopf niemals das Magnetfeld, es sei denn bei einem Crash.
Durch Kontakt der Schreib-/Leseköpfe mit den Datenträgerscheiben kann das Magnetfeld schwer beschädigt werden. Versuchen Sie sich vorzustellen, was ein defekter Schreib-/Lesekopf über der ohnehin angekratzten Magnetschicht bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 116 Umdrehungen pro Sekunde = 7000 rpm anrichten kann.
Schnell wird klar, daß auch “nur” ein defekter Head schwerste Kratzer & tiefschürfende Abrasion an der Magnetbeschichtung einer Harddisk anrichten kann. Daher empfehlen Datenrettungsunternehmen die Disk nicht mehr einzuschalten. Manchereiner möchte allerdings noch sein Glück versuchen um die Kosten einer Datenrettung zu vermeiden.
Das Resultat solcher Versuche verläuft fast immer nach gleichen Schemem & reicht von einem deutlich erhöhten Kostenaufwand bis zu fatalen Schäden.
Was macht der Datenretter?
PHYSIKALISCHE DATENRETTUNG
Die primäre Aufgabe eines seriösen Datenretters besteht darin alle noch vorhanden Rohdaten zu extrahieren, bzw. auf eine leere und funktionstüchtige Harddisk zu sichern.
Das ist zwar flott erklärt, kann aber abhängig vom Ausmaß der physikalischen Schäden mehrere Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Im Reinraumlabor reinigt das Datenrettungsunternehmen vorsichtig die Magnetscheiben, setzt funktionstüchtige Schreib-/Leseköpfe exakt baugleicher Datenträger ein, um alle noch verfügbaren Bytes auszulesen. Auch ein mehrmaliger Tausch der R/W-Unit ist möglich und in vielen Fällen nötig & sinnvoll. Die Möglichkeiten beschränken sich auf das vorhandene Budget.
Bevor Sie sich für einen “Billigdatenretter” entscheiden, bedenken Sie bitte, daß der zu betreibende Aufwand proportional zum Budget stehen wird.
Chancen sich seine Daten nach fehlgeschlagenen Eingriffen noch von einem anderen Unternehmen retten zu lassen schwinden drastisch, bzw. werden deutlich vermindert.
Kein seriöses datarecovery Unternehmen kann Ihnen im Vorhinein garantieren, daß verwertbare Daten rettbar sind.
Indem Sie die Harddisk(s) nicht mehr in Betrieb setzen & alle Vorfälle bzw. vorgenommenen und fehlgeschlagenen Versuche angeben, kann Ihnen ein Datenrettungsanbieter eine seriöse Preisprognose erstellen. Selbstverständlich wird erst beim Öffnen der Harddisk im Reinraumlabor klar, welche Aufwand voraussichtlich entstehen wird.
LOGISCHE DATENRETTUNG
Mit Hilfe der physikalisch geretteten Rohdaten wird das Dateisystem (gemäß Ihrer Angaben) rekonstruiert. Freilich wird dafür NICHT die Disk mit den mühevoll geretten Rohdaten verwendet.
Würde z.B. der Datenträger unvorhergesehen ausfallen, müßte der Datenretter nochmal – ohne Gewissheit auf Erfolg – von vorne mit dem Auslesen beginnen. Deswegen werden die geretten (Roh-)Datenauf eine Work-Disk geklont. Dann beginnt die logische Rekonstruktion. Aufgrund physikalischer Strukturschäden sind möglicherweise Bereiche des logischen Dateisystems schadhaft. In schwerwiegenden Fällen sind die wichtigsten Dateisystem Informationen verloren oder dermaßen lückenhaft, sodaß lediglich eine Datei-Rekonstruktion auf Rohdatenebene stattfinden kann.
Das Ergebnis einer Datenrettung hängt auch von Ihnen ab.
Für die Rettung des logischen Dateisystems oder von Files und Dateifragmenten auf Rohdatenebene hat jeder Datenrettungsbetrieb seine streng gehüteten “Hausmittelchen”. Die eingesetzte Software kann selbst entwickelt sein & wird abhängig vom Filesystem und den entstandenen Erfordernissen für eine erfolgreiche Datenrettung angewandt.
Wer dachte Datenretter kochen mit Wasser.
Es ranken sich viele Mythen um Datenrettungspraktiken und den Möglichkeiten Daten wiederherzustellen. (mehr dazu werden Sie demnächst unter “Datenrettungs-Mythen” finden!)
Fakt ist, daß die besten datarecovery companies vom Input, dem Wissen und der Erfahrung Ihrer Mitarbeiter profitiert haben & sich dementsprechend weiterentwickelt haben. Ob Ihnen eine erfolgreiche Datenrettung “blüht”, hängt auch von der Kreativität, der bestmöglichen Initiative & dem Einfallsreichtum des von Ihnen betrauten Unternehmens zusammen.
Da in den letzten Jahren Harddisks mit enormen Kapazitäten gefertigt wurden und Aufzeichnungsverfahren evolutioniert wurden, waren auf Seiten der Datenretter neue Verfahren und verfeinerte Techniken notwendig um mit dem Fortschritt mitzuhalten.

Datensicherheit hat Vorrang
Datensicherheit beginnt bei der Auswahl der Datenträger.
Datenverlust ist häufig durch den Ausfall veralteter Systeme bedingt. Wird am falschen Fleck gespart, steigt die Wahrscheinlichkeit Daten zu verlieren. Ein NAS Storage System bietet trügerische Sicherheit. Warum?
In einem Barebone NAS befinden sich häufig min. 4 Datenträger, welche in der Regel durch Linux/UNIX Soft-RAID Systeme angesteuert werden. Durch die prädestinierte Verwendbarkeit im Dauerbetrieb sind deswegen ein paar Kriterien beachtenswert:
1#: Hersteller der Datenträger, lesen Sie Testberichte zur verwendeten Marke und Disk-Type
2#: wie wird das System bzw. der RAID-Verbund belüftet und / oder gekühlt
3#: sammeln Sie Infos zu Betriebssytem, Dateisystem und RAID Modus
Häufig sind wenig bis keine Hintergrund Informationen zum verwendeten Betriebssystem & Dateisystem publik. Allerdings kann man davon ausgehen, daß eher ein quell-offenes Dateisystem verwendet wird. In seltenen Fällen (wie früher bei NetGear / SH-101) kommen proprietäre, also eigens entwickelte – und damit undokumentierte – Filesystems zum Einsatz.
Informieren Sie sich also vor dem Kauf eines solchen NAS-Barebones welches Dateisystem zum Einsatz kommt, können Sie sich möglicherweise im Fall von Datenverlust hohe Kosten den damit verbunden Ärger ersparen. Optimalerweise lässt sich ein NAS konfigurieren und das Dateisystem wählen. Besteht diese Möglichkeit, wählt man am besten ein kommerzielles Dateisystem wie NTFS, FAT, HFS+, oder ext3. Für die Kosten einer Datenrettung ist das verwendete Dateisystem ein entscheidendes Kriterium.
Welcher RAID Modus ist der beste?
Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage.
RAID0: bietet keine Sicherheit, ist keine redundante Speicher-Routine und daher bezüglich Datensicherheit absolut NICHT zu empfehlen
RAID1: ist auch bei NAS-Systemen eine gute Wahl, da die gespeicherten Daten gespiegelt, also auf allen beteiligten Disks repliziert werden ist die Redundanz bei einem Ausfall gegeben. Das Dateisystem liegt auf allen Disks unverfälscht (ohne Parity-Bits dazwischen) identisch vor.
RAID5: kennt man die Blocksize, das Dateisystem und den verwendeten RAID Algorithmus, hat man bei Datenverlust einen klaren Vorteil, RAID5 wird nicht nur der Performance wegen (Anzahl der Festplatten - 1) × (Kapazität der kleinsten Disk) gerne verwendet!
Datensicherheit, der Algorithmus & das große Erwachen:
Die Sicherheit eines RAID Verbundes profitiert von Protokollierung und Wartung! Ein NAS ist kein Selbstläufer.
Im RAID-Verbund sollten Daten aufgrund der gesicherten Paritätsinformationen replizierbar sein. Für alle RAID Varianten gilt jedoch: wenn mehr als 1 Datenträger ausfällt benötigt man sehr wahrscheinlich eine Datenrettung. Gründe für den Ausfall eines zweiten Datenträgers sind oft einfach erklärbar:
Sobald die erste Harddisk ausfällt funktioniert der RAID Verbund weiterhin sang- und klanglos. Jedoch führt der Ausfall zu einem erhöhten Datendurchsatz da anhand der Parity-Bits die fehlenden Informationen errechnet werden müssen. Weil dabei die Temperatur in den Datenträgern ansteigt, wird ein weiterer Crash begünstigt. Wurde der LOG-Report korrekt konfiguriert? Sobald technische Differenzen auftreten könnte eine eMail-Benachrichtigung eintreffen, wenn die Protokollierungsfunktionen vorhanden sind & technisch korrekt genutzt werden.
Hat niemand die Log-Files ausgewertet, bzw. das System gewartet, ist bis zum Totalausfall auch kein Fehler bemerkt worden.
Der beste RAID Algorithmus ist also relativ und stark abhängig von den Anforderung.

